Kevin Rudd rausgeworfen
Nach einer nächtlichen Putsch-Planung wurde Kevin Rudd durch die eigene Partei fast einstimmig als Partei-Präsident abgewaehlt. Damit verliert er auch seinen Job als Premier-Minister. Soviel zur Unterstützung in den eigenen Reihen für den einst populärsten Premierminister Australiens…
Gestern wurde Julia Gillard als neue Premier-Ministerin von Australien vereidigt und ist nun die erste weibliche Premier-Ministerin in down-under. Das ist jedenfalls das, worauf die Medien hier den Schwerpunkt setzen. Dass sich die ganze Partei inkl Gillard gegen ihren PM wandte, wird weniger ausgeführt.
Kevin Rudd hat einiges erreicht. Doch bei der Erhöhung der Steuern für die Mining-Industrie hat er wohl nicht mit einer so starken Lobby gerechnet. Fast im Zehn-Minuten-Takt flimmern politische Werbungen am Fernsehen, wie schlimm die neuen Steuern für die gesamte Bevökerung seien. “Schwäche die Mining-Industrie, schwäche Australien”. Mit dieser Propaganda gegen die Pläne Rudds ging dessen Popularität in den letzten Wochen rapide bergab, weswegen die Labor-Partei fürchtete, bei den nächsten Wahlen zu verlieren. Und so wurden in der Nacht auf gestern alle wichtigen Partei-Mitglieder für eine Verschwörung gegen Kevin Rudd mobilisiert.
Sogar der Oppositionsleader Tony Abbott spricht von einem politischen Mord aus den eigenen Reihen, den kein Australischer PM verdient hat.
